Menschenrechte gelten auch für Olympische Spiele.
Niemand darf durch Sportgroßereignisse zu Schaden kommen!



Aktion: 10.000 Kilometer für die Menschenrechte

10.000 km – aus Solidarität mit Vertriebenen
10.000 km – aus Solidarität mit Opfern von Polizeigewalt
10.000 km – für Bildung und Gesundheit statt „Einmalsportstätten“

Einmal haben wir die 10.000 Kilometer von Österreich nach Rio schon geschafft. Doch damit ist noch lange nicht Schluss! Wir sporteln nach Rio und wieder zurück, bis sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) unserer Forderung anschließt: Kein Mensch darf unter Olympischen Spielen leiden, denn: Menschenrechte sind olympisch! Mach mit!

  • Du: Gehen, Laufen, Radfahren: Widme den Menschen in Rio deine Trainingsläufe, deine Wettkampfkilometer, dein Workout, deinen Arbeits- oder Schulweg.
  • Du und dein Team: macht Euch gemeinsam auf den Weg für Menschenrechte.

#msol2016 #menschenrechtesindolympisch #nossojogo

SUPER! Einmal haben wir die Strecke Österreich - Rio schon zurückgelegt! schaffen wir es noch einmal?

Mitmachen

Kilometer pro Athlet/in
Gesamtkilometer des Teams
Foto hochladen (optional)

Kann man auch öfters mitmachen?

Ja, klar! Wenn du die Kilometer von regelmäßigen Trainings der Aktion widmen, kannst du sie “ansparen” und z. B. monatlich posten.

Was passiert mit den Beiträgen?

Gemeinsam mit den Petitionsunterschriften werden die Kilometer im Herbst 2016 in der Schweiz symbolisch dem Internationalen Olympischen Komitee übergeben. Je mehr es sind und je mehr Leute mitmachen, umso mehr Eindruck wird unsere Aktion hinterlassen.

Kilometer bei Team-Beiträgen

Wenn du den Beitrag einer Gruppe hochlädtst, kannst du mit der Option “pro Athlet/in” die Kilometer, die jede/r Teilnehmer/in gelaufen ist angeben (z.B. alle sind 5km gelaufen -> du trägst 5km ein) oder wenn ihr z. B. als Staffel eine gewisse Strecke zurückgelegt hast kannst du mit “Gesamtkilometer des Teams” die Summe der Strecke angeben, die ihr als Team beitragen wollt.

Was macht ihr mit meinen Daten?

Wir nehmen Datenschutz sehr ernst. Wir veröffentlichen nur den Namen, die beigetragenen Kilometer und - wenn du eines hochgeladen hast - dein Foto. Wenn du das Feld “informiert bleiben” aktivierst und eine Emailadresse angibst, halten wir dich per Email über die Fortschritte der Kampagne auf dem Laufenden. Du kannst diese Emails jederzeit wieder abbestellen. Deine Daten werden selbstverständlich nicht an Dritte weitergegeben. Die detaillierte Datenschutzerklärung findest du hier.

Hintergründe

Vertreiben ist keine olympische Disziplin!

Über 60.000 Menschen verloren wegen der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 ihr Zuhause.

Recht auf Wohnen und Beteiligung

Gewalt ist keine olympische Disziplin!

Seit 2010 wurden in Rio über 1.500 Menschen von der Polizei getötet.

Recht auf Leben, Sicherheit und Unversehrtheit

Steuergeld verschwenden ist keine olympische Disziplin!

Das Ausrichten der Olympischen Spiele kostet Milliarden an Steuergeldern. Diese Mittel fehlen für Schulen, Krankenhäuser usw.

Recht auf Bildung und Gesundheit

Der Journalist Thiago Mendes berichtet regelmäßig direkt aus Rio de Janeiro. Er erzählt, wie sich Olympia 2016 schon jetzt auf die Leben der Ärmsten auswirkt.
Kontakt zum Autor. In Kooperation mit unserer Partnerorganisation PACS.

Zwangsumsiedlungen in Rio: Die „Vila Autódromo“ wird zum Symbol für erfolgreichen Widerstand

17.06.2016 Der jahrelange David-gegen-Goliath-Kampf auf dem Areal neben dem „Barra Olympic Park“ ist noch immer nicht zu Ende. Und doch haben die Bewohner/innen der „Vila Autódromo“ jetzt schon einen Teilerfolg errungen: Dass sie so lange...

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Zwangsumsiedlungen in Rio: Die „Vila Autódromo“ wird zum Symbol für erfolgreichen Widerstand

Der jahrelange David-gegen-Goliath-Kampf auf dem Areal neben dem „Barra Olympic Park“ ist noch immer nicht zu Ende. Und doch haben die Bewohner/innen der „Vila Autódromo“ jetzt schon einen Teilerfolg errungen: Dass sie so lange dem mächtigen Immobilien-Sektor Parole bieten konnten, hatte ihnen niemand zugetraut.

Die Olympischen Spiele 2016 finden in vier Stadtteilen von Rio de Janeiro statt. Der „Barra Olympic Park“ ist mit 15 großen Sportarenen und dem Olympiadorf das Herzstück von Olympia in Rio. Auf einer Landzunge gelegen wird die Hälfte der Arenen auch nach den Spielen erhalten bleiben, die andere Hälfte wird durch private Wohnbauten ersetzt werden. Das alles in einer der teuersten Gegenden einer wachsenden Millionenmetropole.

Dass gerade dort rund 700 Familien auf einem nicht einmal 50 Meter breiten Landstreifen über zehn Jahre lang erfolgreich Widerstand leisteten, brachte den Bewohner/innen internationale Beachtung ein. Zusammenhalt untereinander, Vernetzung mit Universitäten und anderen sozialen Bewegungen sowie unglaubliches Durchhaltevermögen machten sie zu einem neuen „kleinen gallischen Dorf“.

 

Update aus der Vila Autódromo

Ein paar Monate vor Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2016 hat Thiago Mendes von PACS wieder spannende Neuigkeiten aus Rio für uns zusammengefasst.

Urbanisierungsplan für die Vila Autódromo

2013 erarbeiteten die Bewohner/innen gemeinsam mit Stadtplaner/innen und Studierenden einen „Plano Popular“ für die Siedlung. Dieser Plan wurde sogar mit einem internationalen Preis für partizipative Stadtentwicklung ausgezeichnet. Am 8. März 2016, dem internationalen Frauentag, wurde am Morgen das Haus von Maria da Penha, der Symbolfigur des Widerstands in der Siedlung, zerstört und am selben Tag ein neuer Urbanisierungsplan der Stadtregierung unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Stadtregierung rund um Eduardo Paes zeigte ihren Urbanisierungsplan für die Vila Autódromo nur einigen Pressevertreter/innen, auch mehrere Wochen später wurde den Bewohner/innen noch immer kein Einblick in die Pläne gewährt. Viele Unterstützer/innen hatten über die Kampagne „Urbaniza Já!“ Druck aufgebaut, bislang jedoch ohne Erfolg. Es ist zu befürchten, dass die Pläne nun tatsächlich in die Richtung gehen, wie sie in einem Masterplan vor einigen Jahren präsentiert wurden. Auf dem Foto liegt die deutlich verkleinerte Siedlung im linken oberen Rand, umgeben von Hochhäusern für Besserverdiener/innen in Rio: http://www.rioonwatch.org/wp-content/uploads/2015/10/Olympic-Park-20301.jpg

 

Der Kampf der Maria da Penha

Seit dem 8. März 2016 ist Maria da Penha nun ohne fixe Bleibe. In einem berührenden Interview erzählt sie, dass sie sich auch von dieser Gewalt nicht einschüchtern und sich sicher nicht kaufen lasse: „Mein Haus hat keinen Preis, meine Geschichte hat keinen Preis. Ich bin hier, unerschütterlich und stark, um weiter zu kämpfen. Ich denke, dass ich nun versuchen muss, irgendwo anders, aber in dieser Siedlung einen Platz zu finden.“

Im O-Ton zum Nachhören

João Helvécio, Volksanwalt in Rio, erklärt die größeren Zusammenhänge: „Olympia wird hier als Ausrede benutzt. In Wirklichkeit geht es um Interessen des Immobiliensektors, der Immobilien-Spekulation. Die Geschichte wiederholt sich, den schon bei anderen olympischen Spielen wurden Menschen auf diese Art zwangsumgesiedelt. Leider bleibt dies in den großen Medien unsichtbar, die sich ganz auf das Olympia-Spektakel konzentrieren.“

Die Zukunft der Bewohner/innen der Vila Autódromo ist ungewiss. Aber dass sie so lange durchgehalten haben, verdient jetzt schon großen Respekt.

Update: Erfreuliche Nachrichten aus Rio. Maria da Penha wurde vom Bürgermeister empfangen, in einem Übereinkommen wurde festgelegt, dass 20 der betroffenen Familien in der Vila Autódromo bleiben können. Bis Juli sollen sie neue Häuser erhalten, und auch zwei Schulen und ein Spielplatz sollen gebaut werden.  

Bericht über Maria da Penha und Vila Autódromo in der Wiener Zeitung 

Die olympische Stadt verliert in der Disziplin „Frieden und Gerechtigkeit“

06.04.2016 Wenige Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro wird die Präsenz der Polizei in den Straßen von Rio immer protziger. Ziel ist es, Bewohner/innen, Tourist/innen und der nationalen wie internationalen...

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Die olympische Stadt verliert in der Disziplin „Frieden und Gerechtigkeit“

Wenige Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro wird die Präsenz der Polizei in den Straßen von Rio immer protziger. Ziel ist es, Bewohner/innen, Tourist/innen und der nationalen wie internationalen Öffentlichkeit zu zeigen, das die Stadt nun „befriedet“ ist. Durch den Anstieg an Kontrollen, Repression und Gewalt wird die Militarisierung der Stadt spürbar. Menschenrechtsverletzungen und die Exklusion großer Teile der Bevölkerung sind der Preis für ein „sicheres“ Rio.

Die Regierung des Bundesstaats Rio hat für 2016 angekündigt, dass vom Gesamtbudget von 79,9 Milliarden Reais (rund 20 Mrd. Euro) über 7 Mrd. Reais alleine für den Bereich „Öffentliche Sicherheit“ verwendet werden. Im Vergleich dazu wird der Bundesstaat nur 5,4 Mrd. Reais für den gesamten Bildungssektor ausgeben. Um den Anstieg dieser Ausgaben inmitten einer Krise des Gesundheitssystems (1) zu rechtfertigen, wimmelte der Gouverneur Luiz Fernando Pezão die Journalist/innen damit ab, dass es eben wegen Olympia und den Wahlen „ein schwieriges Jahr“ für die Öffentliche Sicherheit sei.

Ende Jänner 2016 wurden hunderte Polizisten der Stadtgarde in den Stadtteil Vila Autódromo geschickt. Eigentlich ging es nur um die Überbringung der Umsiedlungsbescheide, doch es sollte auch ein starkes Zeichen sein, um die noch widerständigen Bewohner/innen einzuschüchtern. Andernorts wurde wiederum ein friedlicher Karnevalsumzug mit Tränengas niedergeschlagen, weil es zu Konflikten rund um informelle Straßenverkäufer/innen kam.

Ebenfalls während des Karnevals 2016 wurden mehrere kritische Umzüge gleich von schweren Militärfahrzeugen begleitet. So ist die starke Militärpräsenz nun an immer mehr neuen Orten zu finden: der Zugang zu Stränden wird vielen ärmeren Menschen verwehrt, Busse aus Armenvierteln werden regelmäßig kontrolliert und auch das Ausgehviertel „Lapa“ ist voller Militärpolizei. Die „Befriedungs“-Polizeistationen UPP sind nun in bereits 38 Armenvierteln von Rio aktiv.

Im Zentrum der Kritik stehen einerseits das rassistische Verhalten der Polizei (2), andererseits die grundsätzliche Militarisierung der Gesellschaft. Anders als in vielen anderen Ländern ist die Polizei in Brasilien schon lange nicht mehr „im Dienste der Bevölkerung“. Lena Azevedo von der NGO „Justiça Global“ und Expertin auf dem Gebiet „institutionelle Gewalt“ gibt einen Blick hinter die Kulissen: „Die Ausbildung der Militärpolizei ist in der Verfassung als Teil des Heeres festgeschrieben. Diese Polizei hat zum Ziel, den Gegner zu besiegen. Das ist sehr anders als eine Polizei, die die Rechte der Bevölkerung schützen soll. Das ist der Ursprung des Problems.“

Polizeiausbildung

Die drei Bereiche der Polizei in Brasilien – Föderal-, Militär- und Zivil-Polizei – werden so wie Heeressoldaten ausgebildet. Sie lernen also Konfrontationstechniken für Kriegssituationen. Es gibt viele Berichte darüber, dass Neuankömmlinge in den Einheiten der Polizei verprügelt und gefoltert werden, um sie so „auf die Straßenkämpfe vorzubereiten“. Die gewaltvollen Konsequenzen daraus bekommt dann später die Bevölkerung zu spüren. Gleichzeitig wird gerade die Polizeigewalt in Armenvierteln von großen Teilen der konservativen Bevölkerung gutgeheißen, ganz nach dem Motto „Nur ein toter Bandit ist ein guter Bandit“.

In Anbetracht dieser Realität fordern seit Jahren viele soziale Bewegungen und Organisationen der Zivilgesellschaft ein Ende der Militarisierung der Polizei in Brasilien. Einerseits im Bereich der Ausbildung, andererseits auch in der grundsätzlichen Konzipierung und Organisation der Truppen.

„Es hilft nicht, Polizist/innen Menschenrechtskurse anzubieten wenn sie von Grund auf dazu trainiert sind, Menschen zu erdrosseln und sie in ihrem Wohnviertel zu erschießen. Es ist fast natürlich, dass so eine Polizei die schwarze und arme Bevölkerung als Feind wahrnimmt. Da können die Kurse noch so gut sein, diese Grundhaltung wird sich nicht ändern“, bringt es Azevedo auf den Punkt.

Laut einer Studie von Michel Misse, Professor auf der Universität UFRJ, tötete die Polizei von Rio (Zivil- und Militär-Polizei) fast 10.000 Menschen zwischen 2001 und 2011. Das entspricht der Zahl der von der Polizei getöteten Menschen in allen Bundesstaaten der USA zusammen, jedoch in einem Zeitraum von 30 Jahren: 11.090 Menschen.

Eine andere erschreckende Studie von Misse koordiniert heißt „Wenn die Polizei tötet“. Von 707 Fällen, in denen die Polizei im Jahr 2005 tötete, wurde nur bei 355 Fällen überhaupt ermittelt. Davon wiederum führten nur 19 Fälle zu Gerichtsprozessen, von denen 16 ad acta gelegt wurden, zwei noch nicht abgeschlossen sind und in nur einem Fall kam es zu einer Verurteilung. „Dieses Vorgehen der Justiz beflügelt geradezu die Polizeigewalt und bestärkt sie auf ihrem Weg des Tötens. Das ist das unmittelbare Ergebnis“, beschreibt Azevedo die prekäre Situation.

Die Polizei registriert mit sogenannten „Tötungen in Zusammenhang mit Polizei-Interventionen“ Fälle, in denen es zu einem Zusammenstoß kam. In diese Kategorie fallen jährlich etwa 500 Fälle. Auch die Tötung von fünf schwarzen Jugendlichen im November 2015, bei der die Polizei das Fahrzeug mit 111 Schuss durchlöcherte, wurde als „Verteidung/Notwehr“ registriert. Die beteiligten Polizisten erklärten, es habe eben einen solchen „Zusammenstoß“ mit den Jugendlichen gegeben. Der zuständige Abgeordnete im Parlament entdeckte Unstimmigkeiten in den Aussagen der Polizisten und ließ den Fall erneut untersuchen.

Für Lena Azevedo können die verübten Tötungen durch Polizist/innen nicht mit „emotionaler Unkontrolliertheit“ oder „technischer Ungeschultheit“ erklärt werden. „Wenn sie so schlecht geschult sind, warum treffen sie dann so oft genau in den Kopf? Es ist der Gehorsam gegenüber einer bestimmten Logik des Staates: der Staat bestimmt, wer ‚tötungswürdig’ ist. Mit anderen Worten: schwarze Jugendliche“, erklärt Azevedo.

Tötungsabsicht

Viele Zahlen rund um Tötungen in der Gesellschaft können auf den ersten Blick Gutes verheißen. So feierte zuletzt die Regierung vom Bundesstaat Rio, dass die Fälle „mit Tötungsabsicht“ um 15% auf 4.197 Fälle sanken, auch wenn das im internationalen Vergleich eine noch immer erschreckend hohe Zahl ist. Gleichzeitig wurde nicht erwähnt, dass die Zahl verschwundener Personen in genau diesem Maße angestiegen war. Alleine 2014 verschwanden nur in Rio de Janeiro 6.034 Menschen. Wenngleich es schwierig ist, herauszufinden, wie viele Verschwundene in direkter Beziehung zu Polizeieinsätzen stehen, gibt es unzählige Berichte von Favela-Bewohner/innen, die genau diese These bestätigen. Einer der Aufsehen erregendsten Fälle war das Verschwinden des Maurers Amarildo de Souza, der 2013 in der Polizeistation UPP in der Favela Rocinha verschwand. Die Ermittlungen gegen 25 Polizist/innen der UPP laufen noch, die Anklage lautet: Folter bis zum Tode. (3)

FUSSNOTEN:

(1)  Siehe dazu den Artikel von Telesur: http://www.telesurtv.net/english/news/Brazil-Addresses-Rio-De-Janeiro-Health-Crisis-with-Hiring-Spree-20160108-0002.html

(2)   Siehe Blogbeitrag vom 25.02. bzw. in portugiesischer Fassung 

(3)   Siehe auch http://g1.globo.com/rio-de-janeiro/noticia/2015/06/policia-abre-inquerito-para-apurar-novas-imagens-sobre-o-caso-amarildo.html

Blogbeitrag auf portugiesisch

Von der Zerschlagung von Maria da Penhas Traum

25.02.2016 Sie kamen mitten in der Nacht auf den 23.2.2016 in die Vila Autódromo. Zuerst haben sie das Haus der "Associacao de Moradores Vila Autodromo" zerstört. Jetzt bedrohen sie das Haus von Dona Penha. Die ganze Gemeinde – oder was von...

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Von der Zerschlagung von Maria da Penhas Traum

Sie kamen mitten in der Nacht auf den 23.2.2016 in die Vila Autódromo. Zuerst haben sie das Haus der "Associacao de Moradores Vila Autodromo" zerstört. Jetzt bedrohen sie das Haus von Dona Penha. Die ganze Gemeinde – oder was von ihr übrig ist – versucht nun, dies zu verhindern.

Maria da Penha Macenas Leben ist wie eine Werkstatt, in der immer gearbeitet wird. Im Leben der kleinen, dünnen, lockigen Frau, die mit festem Ton spricht, gibt es immer wieder neue Träume, die sie aus Holz zimmert, auf- und ausbaut oder poliert. Man sieht der 1,50m kleinen und 42 kg leichten Frau an, dass sie es im Leben nicht immer leicht hatte. Aber die folgende Szene kann man sich nur schwer vorstellen, wenn man diese Frau kennt. Der Tag an dem sie von der Polizei mit einem Schlagstock verprügelt wird, ihr Gesicht voller Blut.

Während den Übergriffen am 3. Juni war Penha die erste, die verletzt wurde. Sie wurde von den Kämpfen weggebracht, weil ihr Gesicht blutüberströmt war. „Meine Tochter zerrte an mir und brachte mich weg. Kameras hielten drauf und alles wurde in den Medien gezeigt.“

Nur wenige Menschen erfahren von den Geschehnisse vom 3. Juli. Als der Gerichtsvollzieher um 14:40 die städtische Polizei aufforderte, Gewalt anzuwenden. Die Menschenkette, die sich der Stadtverwaltung entgegen stellte, kostete Penha so einen gebrochenen Wangenknochen. Obwohl sie sich langsam wieder erholt, bleibt doch eine Wunde zurück - die einer zwei Jahrzehnte langen Grundrechtsverletzung.

Penha ist nur eine der standhaften Bewohner/innen von Vila Autódromo. Etwa 90% der 600 Bewohner/innen haben das Gebiet aufgrund angebotener Entschädigungszahlungen bereits verlassen. Doch sie und die übrigen sind nicht bereit, ihr Zuhause zu verlassen. Trotz immer wieder aufkommenden Gerüchten über geplante  Räumungen blieben sie standhaft. Obwohl viele der Bewohner/innen Verträge für 99 Jahre hatten, behauptet die Stadtverwaltung jetzt, die Häuser wären illegal erbaut worden. Auch das Versprechen des Bürgermeisters, Vila Autódromo für Olympia nicht zu räumen und ein in Zusammenarbeit mit ansässigen Universitäten ausgearbeiteter Plan, wie die Olympia-Konstruktion realisiert werden kann, ohne Vila Autódromo zu entfernen, änderten nichts an der nun bevorstehenden Zukunft der Bewohner/innen.

Penha ist froh, dass ihre Geschichte nun in den Medien präsent ist, weist jedoch darauf hin, dass noch vielen Ungerechtigkeiten und Problemen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Und wieder hat man das Gefühl, dass die kleine Frau aus den Favelas in Rio an einem Traum arbeitet. Diesmal ist es der Traum für eine gerechte Welt. 

Polizeigewalt in Rio: Die “Befriedung” der Olympia-Stadt auf Kosten der afro-brasilianischen Jugend

22.02.2016 Seit 2010 wurden in Rio über 1.500 Menschen von der Polizei getötet. Die Vorbereitung für die Mega-Events in Rio de Janeiro hinterlässt tiefe, sichtbare Spuren in der Stadt. Von baulichen Großprojekten über Zwangsumsiedlungen bis...

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Polizeigewalt in Rio: Die “Befriedung” der Olympia-Stadt auf Kosten der afro-brasilianischen Jugend

Seit 2010 wurden in Rio über 1.500 Menschen von der Polizei getötet. Die Vorbereitung für die Mega-Events in Rio de Janeiro hinterlässt tiefe, sichtbare Spuren in der Stadt. Von baulichen Großprojekten über Zwangsumsiedlungen bis hin zur Schließung öffentlicher Sportanlagen. Von vielen Menschenrechtsverletzungen begleitet – etwa in den Bereichen Recht auf Wohnen, auf Arbeit oder auf Stadt – wird das „olympische Erbe“ immer fragwürdiger, sobald man sich mit neuen Fällen von Tötungen durch die Polizei und verschwundenen Kindern und Jugendlichen befasst.

Die Militärpolizei will mit ihrer starken Präsenz in den Favelas beweisen, dass die scheinbar gefährlichen Hügel von Rio nun endlich „befriedet“ sind. Die Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro erhöht die Anzahl an Militärpolizist/innen permanent, die Situation spitzt sich jedoch weiter zu: Die über 1.500 Tötungen durch die Polizei in den letzten fünf Jahren betreffen vor allem Jugendliche, Schwarze und Arme

Die Diskussion über Militarisierung und den Missbrauch polizeilicher Gewaltherrschaft weitete sich Ende 2015 aus, als fünf schwarze Jugendliche getötet wurden, mit 111 Schüssen aus Pistolen und Gewehren, in einem Auto im Stadtteil Costa Barros (1). Die Jugendlichen wurden getötet, als sie von einem Essen nach Hause fuhren. Sie feierten den ersten Monatslohn des jüngsten von ihnen: Robério de Souza Penha, gerade einmal 16 Jahre alt.

Die Tötungen von Bewohner/innen armer Regionen im Bundesstaat Rio – speziell dort, wo „Befriedungs-Einheiten der Polizei“ (UPPs) installiert wurden (2) – ist eine wiederkehrende Realität und der Anstieg an Fällen sehr Besorgnis erregend. Ein weiteres Problem ist der Umgang mit solchen Fällen: Alleine im ersten Halbjahr 2015 wurden 408 Tötungen durch die Polizei als „Verteidung/Notwehr“ ad acta gelegt. Diese verzerrte Darstellung nahm im Vergleich zu 2014 um über 18% zu, so das Ergebnis einer Studie der NGO „Justiça Global“. (3)

Nicht selten werden die Beweise von Polizist/innen gefälscht, um eine Konfrontation vorzutäuschen, auch wenn es eine solche in Wirklichkeit gar nicht gab. So geschehen im bereits erwähnten Fall der fünf Jugendlichen als auch im Falle der Tötung des 17-jährigen Eduardo Felipe Santos Victor in der Favela „Morro da Providência“ im September 2015. (4) Ein Video zeigt, wie Polizisten eine Pistole in die Hand des toten Jugendlichen legen und zwei Mal damit abfeuern.

 „Do luto à luta“ – Von der Trauer zum Kampf

Wenn Jugendliche sterben, bleiben Mütter zurück, auf der Suche nach Gerechtigkeit rund um die Tötungen. Dies ist in Brasilien besonders schwierig, da es eine Tradition der „Straffreiheit“ gibt. Ana Paula Oliveira aus der Favela Manguinhos ist eine jener Mütter, die ihre Trauer in den Kampf gegen die Tötung weiterer Jugendlicher umwandelten.

Es war der 14. Mai 2014, 15 Uhr 30 als der 19-jährige Jonathan de Oliveira Lima sich von seiner Freundin verabschiedete und das Haus verließ. Am Heimweg kamen ihm plötzlich laufende Jugendliche entgegen. Er versuchte, auch davon zu laufen, doch dann traf ihn die Kugel eines Polizisten und er verstarb im Krankenhaus.

„Der Polizist, der meinen Sohn tötete, wurde schon in drei anderen Tötungsfällen und zwei Tötungsversuchen beschuldigt. Er läuft trotzdem frei herum und wurde nicht suspendiert. Heute besteht mein Leben darin, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Sie töten und kriminalisieren unsere Söhne. Die Opfer werden als Schuldige dargestellt. Das ist inakzeptabel!“, beschwert sich Ana Paula. Die Polizei behauptete, dass Jonathan zuerst geschossen habe. Er ist das dritte Opfer der Polizei mit ihrer Polizeistation UPP in Manguinhos, die es seit 2013 dort gibt.

Heuer erwischte es den 18-jährigen Paulo Roberto Pinho de Menezes. Er wurde erdrosselt und zu Tode geprügelt. Fünf Polizisten werden für diese Tötung beschuldigt. Die zweite Verhandlungsrunde ist für das Frühjahr 2016 angesetzt. „Die Polizisten haben ihm aufgelauert. Er war mit Freunden unterwegs, aber sie nahmen nur ihn mit. Sie beschuldigten ihn, die Polizeieinsätze in Manguinhos zu sehr zu hinterfragen“, erzählt die Mutter Fátima dos Santos Pinho.

Jugendliche und Kinder

Afro-brasilianische Jugendliche sind die gefährdetste Gruppe von Polizeieinsätzen in Rio de Janeiro. Von 1.275 Opfern von Tötungen durch die Polizei im Bundesstaat Rio sind 79% Schwarze und 75% junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren, so die Ergebnisse einer Studie von Amnesty International (5). So verwundert es nicht, dass diese Entwicklungen nun als „Genozid an der schwarzen Jugend“ bezeichnet werden.

„Wir sind von Haus aus verdächtiger. Solange die Polizei so denkt, werden die Tötungen weitergehen“, erzählt ein afro-brasilianischer Jugendlicher aus dem Stadtteil Cerro-Corá, in dem auch Projektpartner/innen der Dreikönigsaktion arbeiten. Der Jugendliche will aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben. Alles müsse von der Polizei genehmigt werden, sogar private Feste. „Die Polizei spielt ihre Macht aus. Ich will gar nicht wissen, wie es nach Olympia weitergeht“, beschwert sich der Jugendliche. Denn die UPPs seien keine nachhaltige Strategie. In vielen Favelas sei nach Abzug der UPPs der Drogenhandel gewaltvoller zurückgekehrt als vor den „Befriedungen“.

Die Präsenz der Polizei wirkt sich auch auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ aus. Im Stadtteil „Complexo do Alemão“ ist die UPP in eine Schule eingezogen. Im „Complexo da Penha“ müssen schon Kleinkinder jeden Tag am Weg in den Kindergarten an schwer bewaffneten Polizist/innen vorbeigehen und sehen permanent Panzerfahrzeuge, wie etwa den „Caveirão“, portugiesisch für „großer Totenkopf“.

Seit 2008 arbeitet dort die Kindergartenpädagogin Samantha Guedes. Schon mehrere Male musste sie sich schützend über Kinder beugen, wenn die Schießereien begannen. „Du musst schnell sein und tust den Kindern manchmal sogar weh, aber immer noch besser als eine Kugel abzubekommen“, beschreibt Samantha den schwierigen Alltag.

Sie erzählt, dass sich auch die Spiele der Kinder veränderten. Immer öfter bauen sie aus Lego Waffen, rufen „Bäng-Bäng“ und tragen sogar „tote“ Kinder zum Friedhof. Die Kinder versuchen so mit dieser schwierigen Realität umzugehen, in der Tötungen durch die Polizei und ein nachlässiger Staat normal geworden sind.

„Ich hoffe, dass die Tränen der Favela-Bewohner/innen endlich gesehen werden. Noch immer sehen viele Leute Rio als eine schöne und wunderbare Stadt. Es ist auch etwas Wahres dran, aber nur wenige können an dieser schönen Stadt teilhaben. Der Großteil der Bevölkerung ist abgestempelt und muss auf Basisrechte verzichten, wie etwa Gesundheit, Bildung oder Zugang zu Kultur“, erzählt Ana Paula. „Die Regierung von Rio hat gar kein Interesse daran, dass wir zu unseren Rechten kommen. Sie wollen eine ‚befriedete Stadt’, auch wenn sie dafür viele unschuldige, hart arbeitende Menschen unterdrücken müssen. Ganz viel wird sich ändern müssen hier in Rio de Janeiro.“       

 

(1)   siehe auch Artikel http://www.rioonwatch.org/?p=25589

(2)   http://www.rioonwatch.org/?p=14728

(3)   https://medium.com/@justicaglobal/onde-a-pol%C3%ADcia-mata-homic%C3%ADdios-praticados-por-policiais-militares-no-estado-do-rio-de-janeiro-9797c1b8041a#.ap4kyz27a

(4)   Artikel: http://www.rioonwatch.org/?p=24581 und Video https://www.facebook.com/ColetivoDeMidiaIndependente/videos/486086861580761/

(5)   https://anistia.org.br/wp-content/uploads/2015/07/Voce-matou-meu-filho_Anistia-Internacional-2015.pdf

 

Mehr Infos (auf Englisch)

Hashtag der internationalen Kampagne #Olympics4People

Video Rio 2016: The Exclusion Games [em inglês]. https://www.youtube.com/watch?v=fywvd6mmDhs

Mehr Infos zu Menschenrechtsverletzungen im Vorfeld der Olympischen Spiele (englisch)

http://www.childrenwin.org/wp-content/uploads/2015/12/DossieComiteRio2015_ENG_web_ok_low.pdf

Keine Zeit für Mitgefühl

15.02.2016 Wenn Häuser in Rio de Janeiro geräumt werden, bleibt keine Zeit für Mitgefühl. Auch nicht, wenn es eine alleinstehende 60-jährige Frau erwischt, deren Medikamente noch auf dem Küchentisch liegen.

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Keine Zeit für Mitgefühl

Wenn Häuser in Rio de Janeiro geräumt werden, bleibt keine Zeit für Mitgefühl. Auch nicht, wenn es eine alleinstehende 60-jährige Frau erwischt, deren Medikamente noch auf dem Küchentisch liegen.

Es war ein Freitag im Oktober 2015. Früh morgens stand die 60-jährige Mariza do Amor Divino auf, um zum Arzt  zu gehen. Die  Wäsche, die sie am Vortag aufgehängt hatte, ließ sie hängen, um nicht zu spät zu kommen. Denn im Krankenhaus gilt: Nur die ersten zwanzig kommen dran. Einige Stunden später läutete ihr Handy und Marizas Nachbarin überbrachte ihr die schlechte Nachricht: „Mariza, sie haben dein Haus weggerissen.“

An diesem traurigen Freitag vernichtete die Stadtregierung von Rio nicht nur Marizas Haus, sondern auch ihre Hoffnung auf eine Fortsetzung ihrer turbulenten 34-jährigen Geschichte in der „Vila Autódromo“, dem Hotspot der Zwangsumsiedlungen für die Olympischen Spiele 2016.

Die städtische Polizei kam an diesem Freitag sehr früh und blockierte die Wege für die Bewohner/innen. Die Bagger ebneten in wenigen Stunden fünf weitere Häuser ein, die am Ufer des Jacarepaguá-Sees lagen. Niemand machte sich die Mühe, Mariza im Vorfeld zu informieren. Als die Bauarbeiter in das Haus kamen, hing die Wäsche noch auf der Leine, Marizas Medikamente gegen Diabetes lagen auf dem Küchentisch und etwas gespartes Geld lag unter dem Teppich. Die Möbel wurden in die Zentrale des Stadtbauamtes gebracht, der Rest wurde platt gemacht. Mariza hatte den Großteil ihres Lebens auf diesem Stückchen Land verbracht, auch Wochen nach dem Abriss des Hauses brachte sie es nicht übers Herz, sich den Trümmerhaufen anzusehen.

„Mein Gott, alle meine Dinge sind weg! Auch Röntgenbilder meines Rückens und Unterlagen für meine geplante OP dabei!“, erzählt Mariza voller Sorge. Vor zwei Monaten musste sie am Steißbein operiert werden, nun sollte die Wirbelsäule folgen. Ohne Medikamente musste sie an jenem Freitag gleich zu einer Erste-Hilfe-Station, weil ihr ohne die Medikamente schlecht wurde.

Weil Mariza keine Familie hat, bat sie nun um Obdach bei ihrer Nachbarin Maria da Penha, die als Symbolfigur für den Widerstand der Siedlung bekannt ist. „Maria hat ein unglaublich großes Herz. Ich hab an die richtige Tür geklopft!“, schwärmt Mariza über die ebenfalls bereits ältere Maria.

Die Stadtregierung bot Mariza eine Ablöse für ihr Haus an, die Mariza jedoch mehr als ungerecht fand. Viele Bewohner/innen gaben jedoch nach, denn seit den Pan-Amerikanischen Spielen 2007 übt die Stadtregierung Druck auf sie aus. Nicht jedoch Mariza, auch wenn es oft schwierig war, in diesen 34 Jahren.

Als sie hierher siedelte, war der See noch so sauber, dass man die Fische essen konnte. Mariza fischte jede Nacht, um frühmorgens die Fische in den umliegenden Siedlungen zu verkaufen. Sie musste schnell sein, denn ohne Strom und ohne Möglichkeit zur Kühlung blieben die Fische nicht sehr lange frisch. „Ich war die erste, die hier fischte. Es lief gut, doch weil ich eine alleinstehende Frau war, musste ich vieles mitmachen.“ So wurde sie eines Tages verprügelt und aus ihrer Hütte vertrieben, jahrelang musste sie bei Nachbar/innen mitwohnen. Das Grundstück wurde mehrere Male weiterverkauft, erst viel später ging es wieder in ihren Besitz zurück. Mit zunehmender Verschmutzung des Sees musste sie die Fischerei aufgeben und arbeitete als Hausangestellte. Nach so vielen Hochs und Tiefs in der Vila Autódromo steht Mariza nun abermals vor dem Nichts.

Mariza hat in ihrem Leben schon viel erlebt, was sie aber überhaupt nicht verstehen kann, ist das fehlende Mitgefühl der ausführenden Arbeiter. „Sie sahen meine Kleider auf der Wäscheleine, die Medikamente auf dem Tisch. Warum gaben sie nicht wenigstens die Medikamente zu einer Nachbarin?“, beklagt Mariza das absolute Fehlen von Mitgefühl oder Gnade. „Das ist schon seltsam. Überall reden sie von der Zunahme von Gewalt und die Stadtregierung selber ist so gewalttätig. Mein gespartes Geld ist für sie ein Klacks, aber für mich ist das überlebensnotwendig und hart erspart. Ohne Medikamente geht es mir wirklich schlecht.“

Die Baumaschinen rollten an diesem Freitag unermüdlich weiter. Es gab keine Trauerminute, bloß weil eine weitere Lebensgeschichte unter den Trümmern begraben wurde. Am nächsten Tag wurden die Bauzäune des Olympia-Parks um einige Meter nach vorne versetzt, der selbstgebaute Tischtennistisch auf Marizas ehemaliger Straße steht nun schon direkt an der Grenze zum Olympia-Gelände.

Man könnte sagen: Olympia rückt immer näher. Und ganz vorne die mächtigen Bagger, die den Zeitplan einhalten müssen. Hier gibt es keine Zeit für Mitgefühl mit einer alten Frau wie Mariza.

Edneidas Hürdenlauf in der Olympia-Stadt

18.11.2015 Überall in Rio werden für Olympia modernste Sportanlagen gebaut. Doch das Trainingsgelände der in Rio lebenden Leichtathlet/innen musste vor zwei Jahren einem Parkplatz weichen.

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Edneidas Hürdenlauf in der Olympia-Stadt

Überall in Rio werden für Olympia modernste Sportanlagen gebaut. Doch das Trainingsgelände der in Rio lebenden Leichtathlet/innen musste vor zwei Jahren einem Parkplatz weichen.

Im Leben der Leichtathletik-Trainerin Edneida Freire (51) gibt es ein Thema, das ihr sonst so typisches Strahlen zum Verschwinden bringt. Seit Jahren kämpft sie gegen die Schließung des Leichtathletik-Stadions Célio de Barros, das neben dem großen Maracanã-Stadion liegt. Im Jänner 2013 wurde dessen Laufbahn einfach zubetoniert - für einen Parkplatz.

Dies ist nicht der einzige Fall in der Olympia-Stadt Rio de Janeiro, bei dem das Recht der Bevölkerung auf Sport verletzt wird. Durch die Schließung bzw. Beseitigung zahlreicher Sportstätten wenden sich nun immer mehr Sportler/innen und Trainer/innen vom Organisationskomitee von Olympia 2016 ab.

Edneida wurde in Manaus, einer Großstadt im Herzen des Amazonas-Dschungels, geboren. Schon in der Schule galt ihre Leidenschaft der Leichtathletik. 1985 verließ sie ihre Familie und begann im über 4000 km weit entfernten Rio de Janeiro ein neues Leben, um zu studieren und ihrem Traum von der Karriere auf der Laufbahn zu folgen. Mit nur 16 Jahren wurde sie 1980 im Stadion Célio de Barros, brasilianische Meisterin im Leichtathletik-Fünfkampf. Dieser Erfolg brachte ihr eine Reise in elf Städte der USA ein, mit Wettbewerben in Los Angeles und Miami sowie ein Stipendium, um in Rio Sport zu studieren.
Danach fing sie an, in Sozialprojekten mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. „Ich verließ das Stadion Célio de Barros kaum noch. Mein ganzes Leben in Rio spielte sich dort ab. Ich sagte immer, dass das Stadion mein erstes Haus sei. De facto war ich jeden Tag der Woche hier“, erinnert sich Edneida.

Täglich kamen um die 800 Personen, von Kindern aus Sozialprojekten bis hin zu Spitzensportler/innen der Paraolympics und Olympischen Spielen ins Stadion, um auf den acht Laufbahnen zu trainieren. Doch von einem Tag auf den anderen, am 9.1.2013, wurde die „Heimat der Leichtathletik Rios“ mit einem Schloss verriegelt. Trainingsausrüstung, Dokumente von Athlet/innen - alles blieb eingesperrt und niemand durfte mehr hinein.

Die Laufbahn, auf der Edneida circa 80 Kinder von vier bis zehn Jahren trainierte, die sie selbst als ihre „Adoptivkinder“ bezeichnete, wurde zerstört. Zuerst wurde sie als Materiallagerstätte für den Umbau des Maracanã-Stadions verwendet, später zubetoniert und als Parkplatz verwendet. Vom alten Stadion ist nur noch die Zuschauer-Tribüne geblieben. „Schon vor der Schließung mussten wir monatelang ertragen, dass riesige Maschinen auf der Laufbahn geparkt wurden. Aber wir hofften, dass wir so beweisen könnten, dass wir auf jeden Fall hierher zurück wollen, sobald das Maracanã fertig ist. Niemand hätte gedacht, dass wir niemals wieder trainieren könnten, denn das war unser Zuhause!“

Für Edneida ist die Schließung des Stadions Célio de Barros eine Menschenrechtsverletzung, vor allem, weil es auch niemals Gespräche mit den Verantwortlichen gab. Sie wurden einfach auf die Straße gesetzt und sind bis heute – fast drei Jahre später – noch immer ohne fixes Ersatz-Stadion. Zu Beginn wurde das Engenhão-Stadion, Heimstädte des Fußballklubs Botafogo, angeboten. Zwei Monate lang wurden sie dort geduldet, bis auch dort Renovierungsarbeiten begonnen wurden und die Leichtathlet/innen wieder auf der Straße standen. Sie wurden weiter an den Rand der Stadt gedrängt. 

Inzwischen bleibt ihnen keine andere Wahl mehr, als im öffentlichen Park Quinta da Boa zu trainieren. „Mit den Kindern ist es schwierig, mitten in einem Park zu trainieren. Ein Speer blieb einmal in einem uralten Baum stecken und beim Kugelstoßen grub sich eine Kugel so tief in den schlammigen Boden, dass sie bis heute drinnen steckt“, beschreibt Edneida die Sorgen der Athlet/innen ohne Stadion. Außerdem fehlen wichtige Sportgeräte wie etwa Hochsprungmatten oder genormte Laufbahnen – viele Spitzensportler/innen kommen aus diesem Grund nicht mehr.

Um nicht ganz das Gesicht zu verlieren, stellte die Stadtregierung den zehn besten Sportler/innen aus Rio ein Stadion zur Verfügung. Alle anderen blieben jedoch auf der Strecke. „Wie soll ich einem Kind erklären, dass es unter den zehn schnellsten Erwachsenen sein müsste, um in diesem einen Stadion trainieren zu können?“ beschwert sich Edneida.

So etwa der achtjährige Guilherme Leite, der aus einem Armenviertel Rios stammt und seit dem Alter von vier Jahren im Stadion Célio de Barros trainiert hatte. „Jedes ernst zunehmende Land dieser Erde würde einen vielversprechenden Athleten wie ihn fördern und auf zukünftige Olympische Spiele vorbereiten“, meint Edneida. Doch unter den momentanen Umständen wird es für ihn sehr schwer, seinen Traum von einer Karriere als Sportler zu verwirklichen.

Die Regierung hat zwar versprochen, nach den Olympischen Spielen neue Laufbahnen im Célio de Barros zu errichten. Edneida steht dem jedoch skeptisch gegenüber. „Dieses Stadion hat eine so lange Geschichte, das müsste als Kulturerbe wertgeschätzt werden. Es ist eine Frechheit, dass es überhaupt so weit kam“, erzählt Edneida. Durch die lange Schließung wurde viel ihrer langjährigen Aufbauarbeit zerstört. Beim Gedanken daran, wie viel ihrer Aufbauarbeit durch die Schließung bereits zerstört wurde, steigen ihr Tränen in die Augen. Sie blickt auf die Uhr und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. Sie müsse schon los zum nächsten Training: „Gott sei immer mit uns! Vor allem bei so einem endlos lang scheinenden Hürdenlauf."

 

Der Journalist Thiago Mendes berichtet regelmäßig direkt aus Rio de Janeiro. Er erzählt, wie sich Olympia 2016 schon jetzt auf die Leben der Ärmsten auswirkt.
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Olympia in Rio – aber für wen?

18.08.2015 Straßenverkäufer/innen und von Umsiedlungen Betroffene hinterfragen bei einer großen Kundgebung in Rio de Janeiro die Vorgehensweise der Stadtregierung und des Organisationskomitees von Olympia 2016.

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Olympia in Rio – aber für wen?

Straßenverkäufer/innen und von Umsiedlungen Betroffene hinterfragen bei einer großen Kundgebung in Rio de Janeiro die Vorgehensweise der Stadtregierung und des Organisationskomitees von Olympia 2016.

Genau ein Jahr vor der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele und der Paraolympics in Rio de Janeiro versammelten sich dutzende Vertreter/innen sozialer Bewegungen, Straßenverkäufer/innen und andere Menschen, die von Menschenrechtsverletzungen rund um Olympia 2016 betroffen sind, vor dem Gebäude der Stadtregierung sowie dem Gebäude des Organisationskomitees. Seit Rio 2009 zum Austragungsort auserkoren wurde haben sich Aktionen gegen Bewohner/innen der Stadt verschärft.  

Das Motto der nun schon seit Jahren anhaltenden Proteste lautet „Olympia für wen?“, auch an diesem Protesttag wieder auf unzähligen Bannern zu sehen und über Lautsprecher bis weithin zu hören. Der Sport verkomme zu einem „Luxusgut für Privilegierte“, die Bewohner/innen würden kaum bis gar nicht von Olympia profitieren. Das „Comitê Popular“, also das Basiskomitee zu Olympia 2016 und zur WM 2014, veröffentlichte wieder neue Informationen zu Olympia und spricht von mittlerweile 20.299 Familien bzw. 67.000 Menschen, die alleine im Zeitraum 2009-2013 in Rio umgesiedelt wurde.   

Der Protestmarsch ging vom Gebäude der Stadtregierung hinüber zum Gebäude des Organisationskomitees, an beiden Orten schilderten Straßenverkäufer/innen vom harten Vorgehen gegen sie und ihren Beruf. Seit vielen Jahren arbeiten sie in diesem von der Stadtregierung tolerierten informellen Arbeitssektor, nun nahmen die Repressionen extrem zu. Sie berichteten, dass ihre Lastenfahrräder und Waren immer wieder aufs Neue beschlagnahmt werden. Ansuchen um Rückerstattung wurden von der Stadtregierung zurückgewiesen.  

Die Straßenverkäuferin Maria Rosângela (45) erzählte, dass sie selbst nach mehrmaliger Beschlagnahmung durch die Polizei immer wieder als Verkäuferin auf ihren Standplatz zurückkehren müsse, weil sie gar keine andere Option habe: „Ich komme mit Säcken und Tüten immer wieder zurück. Wenn ich nicht arbeite und nichts verdiene, bleibe ich hungrig.“ Von ihr wie vielen anderen Straßenverkäufer/innen wird speziell auch die Vorgehensweise und Haltung der Stadtpolizisten scharf kritisiert: „Sie kommen, um uns unsere Waren abzunehmen und rufen ‚Perdeu! Du hast verloren!’“ Zur Erklärung: Den Ausdruck „Perdeu!“ verwenden normalerweise nur Banditen bei Überfällen kurz bevor sie zuschlagen.  

Das Ehepaar Cícera Lima Xavier (54) und Manoel da Silva (53) schilderte, dass die Polizei das beschlagnahmte Lastenfahrrad der beiden einfach verschwinden ließ. Als sie es nach 90 Tagen abholen wollten, konnte es angeblich nicht mehr gefunden werden. Die Anschaffungskosten von mehr als 500 Euro sind für das Ehepaar ein kleines Vermögen.

Auch Manoel, der seit 1981 als Straßenverkäufer arbeitet, kritisierte den Anstieg der Repression, je näher Olympia rückt. Die Stadt wolle die Tatsache, dass in Brasilien sehr viele Menschen im informellen Sektor arbeiten, einfach vertuschen: „Sie wollen zeigen, dass in Rio alles wunderbar ist, aber das stimmt nicht. Sie wollen die Stadt ‚säubern’, sie sagen, wir seien ‚Müll’.“ 

16 Punkte für ein anderes Rio  

Der Protestmarsch war an diesem Nachmittag lauter als die Male zuvor, viele Parolen wie etwa „Lass die Finger von der Olympischen Fackel!“ oder „Spring mit uns, wenn du gegen Umsiedlungen bist!“ waren zu hören. Vor dem Gebäude des Organisationskomitees wurde dann das Dokument „16 Punkte für ein anderes Rio 2016“ vorgestellt. Gefordert werden einerseits ein Ende der Umsiedlungen, der Verfolgung der Arbeit der Straßenverkäufer/innen und der gewaltsamen Vertreibung von Straßenkindern, andererseits Neuverhandlungen zu bestimmten Bauprojekten. So sollen das Leichtathletikstadion Célio de Barros und der Aquapark Júlio Delamare wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden, die Guanabara-Bucht endlich gereinigt werden und der Bau des Golfplatzes im Naturschutzgebiet sofort gestoppt werden.

Ein Jahr vor Olympia erinnerten die Protestierenden erneut an die permanenten Räumungsdrohungen in der Vila Autódromo, einer Wohnsiedlung neben dem Olympia-Park im Westen von Rio. Die meisten Bewohner/innen würden zwar über den CDRU-Bescheid verfügen („Concessão de Direito Real de Uso“), ein rechtliches Instrument, das zum Verbleib in der Siedlung berechtigt. Viele beugten sich dennoch dem Druck der Stadtregierung und zogen in entlegene Wohnungen oder nahmen Entschädigungszahlungen an. Die Übriggebliebenen kämpfen nun um ihren Verbleib. 

Zuletzt versuchte die Stadtregierung die Räumungen mit einer notwendigen Zufahrtsstraße zu legitimieren. Gleichzeitig ändert sich die Argumentation von Bürgermeister Eduardo Paes immer wieder, mehrmals hatte er schon versprochen, dass alle bleiben könnten. Zuletzt meinte er: „Jene, die sich im Gebiet der Zufahrt zum Olympia-Park befinden, müssen gehen, die anderen können bleiben.“

Einen spannenden Einblick in die Diskussionen gibt ein Video einer öffentlichen Diskussion zum Thema (auf Portugiesisch, ab 3h48min geht Eduardo Paes auf die Vila Autódromo ein).

Aufgrund der vielen leeren Versprechen der letzten Jahre kämpfen die verbleibenden Bewohner/innen nun für eine sogenannte „komplette Urbanisierung der Vila Autódromo“, das heißt eine Eingliederung in die offiziellen Siedlungsgebiete, basierend auf einem Entwicklungsplan, an dem sich alle Bewohner/innen beteiligen können. 

Auch die Agentur France Press berichtet von den Protesten. Zum Video (auf Englisch)

 

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